| Platzrunde | |||||||||||||||||||
| Wie läuft eigentlich so ein Schulungsflug (in einer Platzrunde) ab ? (Geschrieben aus der Sicht eines Flugschülers. Hinweis: Dieses ist keine Anleitung zum Fliegen dazu gehört doch ein wenig mehr als das Abarbeiten von Checklisten!!!) |
|||||||||||||||||||
![]() |
Zuerst einmal wird das Flugzeug aus dem Hangar geholt und bei Tageslicht überprüft.
Zunächst nimmt man einen Außencheck vor: gibt es irgendwo sichtbare Beschädigungen (Beulen, Risse, verbogene Bleche, etc.), fehlen irgendwo Schrauben oder Muttern, sind alle Sicherheitssplinte vorhanden, sitzen die Steckverbindungen richtig ? |
||||||||||||||||||
|
Anschließend wird die Cowling (Motorabdeckung) geöffnet und es findet ein Check des Motorraumes statt: hier werden ebenfalls die o.g. Dinge kontrolliert. Zusätzlich noch Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlwasserstand. |
|||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
|
Wenn dann Motoröl und Kühlwasser die richtige Temperatur erreicht haben, werden beide Zündkreise überprüft.
Ist alles im grünen Bereich, meldet der Pilot dem Tower seine Startabsichten und rollt dann mit seinem Flugzeug zum Rollhalteort (eine Haltelinie kurz vor Beginn der Start/Landebahn). Hier versichert er sich, dass sich kein landendes Flugzeug nähert und rollt dann in die Startbahn ein. |
|||||||||||||||||||
![]() |
Beim Steigflug hat der Pilot jetzt darauf zu achten, dass er nicht zu flach und auch nicht zu steil abhebt. Dieses gelingt ihm u.a. durch die Kontrolle des Geschwindigkeitsanzeigers (für jedes Flugzeug gibt es festgelegte optimale Start- und Landegeschwindigkeiten).
In einer Höhe von etwa 200 Fuß geht es dann in eine Kurve, die rechtwinklig vom Platz wegführt (die Richtung der Kurve ist abhängig von der Startrichtung und der vorgeschriebenen Flugplatzrunde). Den sauberen Kurvenflug überprüft er durch einen Blick auf den Wendezeiger. Befindet sich die kleine Kugel in der Mitte der Anzeige, hat er die Kombination aus Quer- und Seitenruder richtig eingesetzt. In einer Höhe von etwas über 500 Fuß wird das Gas auf "Reiseflug"-Drehzahl reduziert. Anschließend wird die Maschine getrimmt, d.h., mittels einer Trimmvorrichtung (mechanisch oder elektrisch) wird die Maschine so ausbalanciert, dass sie (beim Loslassen des Steuerhorns) lotrecht in der Luft liegt, also weder steigt noch sinkt. Dann geht es auch schon wieder in eine Kurve, so dass das Flugzeug nun wieder parallel zur Start- und Landebahn fliegt ("Gegenanflug"). Ab hier meldet der Pilot dem Tower jeweils, in welchem Teil der Platzrunde er sich gerade befindet (Gegenanflug, Queranflug oder Endteil). Dieses dient u.a. dazu, dem Tower Informationen für eine eventuellen Staffelung (Reihenfolge der ankommenden Maschinen) zu geben. |
||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
|
Befindet sich das Flugzeug etwa auf gleicher Höhe mit dem Flugplatzgelände, wird die Landekonfiguration eingestellt: das Gas wird reduziert, bis das Flugzeug die erforderliche Geschwindigkeit zum Setzen der ersten Landeklappenstufe erreicht hat.
Da das Flugzeug jetzt kopflastig wird (die Nase sackt ab), wird es erneut getrimmt. Am Ende der Platzrunde schwenkt der Pilot dann erneut in eine Kurve ein, die ihn wieder rechtwinklig zum Platz führt ("Queranflug"). Jetzt heißt es abzuschätzen, ob man zu hoch oder zu niedrig für eine Landung hereinkommen würde. Der Wind spielt hier eine große Rolle: hat man starken Gegenwind, muss man höher anfliegen. |
|||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||
|
Ist man zu hoch, wird weiter das Gas reduziert und schließlich die zweite Stufe Landeklappen gesetzt.
Befindet man sich etwa wieder auf Höhe der Landebahn, schwenkt der Pilot mit dem Flugzeug zum Landeanflug ein (je nach Seitenwind früher oder später). |
|||||||||||||||||||
|
Wenn der Pilot sich sicher ist, dass er den Flugplatz ohne Probleme erreichen wird, nimmt er das Gas ganz heraus. Jetzt konzentriert er sich ganz auf das Ende der Landebahn - nur hierhin wird gesteuert !
Seitenwinde werden mit einer Kombination aus Quer- und Seitenruderbetätigung ausgeglichen. Das Flugzeug sinkt nun immer weiter. In einer bestimmten Höhe über dem Boden fängt der Pilot an, das Flugzeug durch Ziehen des Steuerknüppels "abzufangen": das Flugzeug soll das letzte Stück der Landestrecke in einer Höhe von etwa 1 - 1,5 m über der Landebahn "ausgleiten". Irgendwann setzt dann das Hauptfahrwerk auf. Auch jetzt hält der Pilot noch weiterhin die Nase des Flugzeuges hoch und kontrolliert die Fahrtrichtung durch vorsichtiges Betätigen des Seitenruders. Das Flugzeug wird langsamer und langsamer. Jetzt darf auch das Bugrad aufsetzen. Zum Ende der Landebahn hin wird das Flugzeug durch Betätigen der Scheibenbremsen abgebremst. |
|||||||||||||||||||
"Puh ..., geschafft!" |
|||||||||||||||||||
|
Jetzt geht es über die Rollbahn (Taxiway) langsam wieder zurück zu einem erneuten Start.
Am Ende einer Flugstunde geht es dann zum Abstellplatz oder zum Hangar zurück. Dort werden erst die elektrischen Verbraucher (Funk, Strobo-Light, Landelicht, ...) ausgeschaltet und dann der Motor abgestellt. Zum Schluss wird noch das Rettungsgerät (gegen unabsichtliche Auslösung) gesichert und dann war´s das für den heutigen Tag ...oder bis zur nächsten Stunde. |
|||||||||||||||||||
|
© 2003 Fachschule für Ultraleicht- und Motorflug GmbH (FUL). Alle Rechte vorbehalten.
|
|||||||||||||||||||