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Die Entwicklung des Ultraleichtfluges

Die Ultraleicht-Flugzeuge (UL) sind die Antwort auf den Wunsch nach dem einfachen Fliegen aus purem Spaß - zu möglichst geringen Kosten. Trike-Fliegen ist wahrscheinlich die schönste Art motorisiert zu fliegen; bedingt durch die Möglichkeit, relativ langsam fliegen zu können sowie die hervorragende Sicht aus einem UL, lässt sich ein Flug bis in das kleinste Detail genießen.
Begonnen hat alles in Deutschland Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Anfangs wurden Hängegleiter und leichte Segelflugzeuge mit Hilfsmotoren versehen, kurze Zeit später folgten die ersten eigenständigen Entwicklungen auf diesem Sektor der Luftfahrt.
Die Ultraleichtflugzeuge (UL) der 1. Generation waren einfachste Konstruktionen, wie man sie aus den Anfängen der Motorfliegerei her kannte ("Back to the roots!").
Sportflugzeug B.F.W. "M23" der Bayerischen Flugzeugwerke
Einerseits wurden diese einfachen Fluggeräte nicht richtig ernst genommen, andererseits wollten die Behörden auch einen gewissen Freiraum für neue Entwicklungen schaffen. So bezeichnete man die neuen Fluggeräte kurzerhand als "Luftsportgeräte" und befreite sie weitgehend von den strengen Auflagen der allgemeinen Luftfahrt.
Die wesentlichen Beschränkungen bezogen sich auf das Maximalgewicht, eine Mindestgeschwindigkeit (die das Fluggerät ohne Strömungsabriss noch fliegen können muss) und auf die Lärmentwicklung.
Die ersten Schulungen auf diesen Geräten waren teilweise abenteuerlich. Es gab noch keine zweisitzigen UL-Flugzeuge, so dass der "Fluglehrer" sich seinem Schüler durch lautes Zurufen und Handzeichen verständlich machen musste.
Diese Art der Schulung änderte sich erst, als 1993 das doppelsitzige Fliegen mit Ultraleicht-Flugzeugen erlaubt wurde.
Bis heute hat eine gewaltige innovative Entwicklung stattgefunden. Die vielfältige Angebot auf dem Markt reicht vom offenen "Einfach-UL" bis hin zum ultramodernen "Fiberglas-Renner" mit mehr als 250 km/h Reise-Geschwindigkeit und Reichweiten von über 1000 Kilometern.

Auch die technische Ausstattung unterscheidet sich kaum mehr von den großen Flugzeugen.
So bieten die 3-achsgesteuerten Ultraleichtflugzeuge - neben einer Basisausstattung mit Kompass, Höhenmesser, Fahrtmesser und Flugfunkgerät - Ausstattungen wie Verstellpropeller, Einziehfahrwerke, Kabinenheizungen, GPS-Satelliten-Navigationsgeräte, Transponder ...und vieles mehr.
Kappa KP(D) 2U Sova
Trotz der leichten Bauweise gehören Ultraleichtflugzeuge zu den sichersten Luftfahrzeugen, die es gibt. Zur Erhöhung der Sicherheit gehört auch ein vorgeschriebener Rettungsfallschirm, der im Notfall Flugzeug und Insassen sicher zur Erde bringt. Des weiteren ist eine jährliche Überprüfung des Flugzeuges (eine Art "TÜV") Vorschrift.

Bei allem Komfort liegt der Kraftstoffverbrauch bei Reisegeschwindigkeit im Bereich zwischen 12 und 17 l/h (ca. 8-11 l je 100 km). Somit stellt das Ultraleichtflugzeug eine preiswerte Alternative zum normalen Sportflugzeug dar. Aber auch wegen der großen Typenvielfalt werden UL´s für Sportflieger immer interessanter.
Daneben ist besonders ihre Umweltverträglichkeit hervorzuheben: mit einer Lärmemission von 53 dB(A) in 300 m sind sie leiser als ein moderner PKW. Nur das Segelflugzeug ist noch leiser.

Die Fluggeräte dürfen mit Besatzung, Gepäck und Treibstoff als Einsitzer maximal 300 kg und als Doppelsitzer maximal 450 kg wiegen.

Auch UL's sind in Deutschland an Flugplätze gebunden, kommen aber meist schon mit einer Wiese von gerade einmal 100 - 150 m Länge aus.
Man unterscheidet drei Arten von Ultraleicht-Flugzeugen:
Motorgleitschirme / Minimums (Minimum = motorunterstützter Hängegleiter): Steuerung durch Verwinden des Gleitschirmes (Widerstandserhöhung einseitig an der Hinterkante des Gleitschirmes).
Trike (Motordrachen): Steuerung durch Gewichtsverlagerung (Der Schwerpunkt wird mit dem Steuerbügel zur Seite verlagert).
3-Achser (Flächenflugzeuge): Steuerung aerodynamisch (Mit den Rudern wird das Flugzeug um die Hoch-, Quer- und Längsachse gesteuert).
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