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Fly-In "Tannkosh" 2004
Am 17.Juli fand es wieder statt, dieses mal in neunter Auflage, das große Fliegertreffen in Tannheim / Illertal.
Tannheim, ein kleiner, verschlafener Ort in der Nähe von Memmingen. Etwa 1 km vom Ortseingang entfernt liegt der Flugplatz. Am Platz ansässig sind ein Segelflugverein und eine große Flugschule.
Schon am Eingang zum Parkplatz wird man auf einem großen Metallschild begrüßt. Einige Jugendliche weisen den ankommenden Verkehr hier auf die Parkplätze links und rechts der Einfahrt .
Der Flugplatz
Auf dem Gelände finden sich mehrere Hallen (Segelflughalle und 2 Hangar) und eine Flugplatz-Gaststätte. Daneben findet sich ein kleiner Kinderspielplatz mit Karussell. Hinter der Gaststätte war ein kleiner Camping-Platz eingerichtet.

Am Samstag in der Früh angekommen war ich recht erstaunt, rund 180 Flugzeuge säumten bereits beidseitig die 1.000 m lange Graspiste. Überwiegend handelte es sich dabei um Ultraleichtflugzeuge (1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6) und kleinere Sportmaschinen (1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6). Viele der Maschinen waren zum Schutz gegen die Sonneneinstrahlung mit Planen oder Tüchern abgedeckt, denn die Sonne brannte gut vom Himmel herab. Am Samstag waren es 29 Grad (im Schatten, den man auf der Piste kaum fand !!!), am Sonntag 30 Grad.
Flugzeug-Galerie
In einigen Bereichen waren die Flugzeuge nach Marken bzw. Typen geordnet abgestellt. Gleich am Beginn des Platzes standen die Hubschrauber (u.a. auch ein ultraleichter Hubschrauber vom Typ CH 7 „Angle“ als Experimental-Maschine oder eine top-restaurierte Alouette II, der erste Hubschrauber der Welt mit Turbinenantrieb), davor die Trikes. Dann folgte eine große Gruppe YAKs (in schönsten Lackierungen).

Vor der Gaststätte Pitts und Renegades in großer Zahl. Dazu zwei Bücker „Jungmann“. Daneben ein riesiges „Warbird“ mit Klapp-Flügeln, eine Vought F4U-4 "Corsair" in Bemalung der amerikanischen Navy. Dieses Flugzeug mit rund 2.100 PS Motorleistung war seinerzeit besonders bei den Japanern gefürchtet, da es deren Maschinen in fast allen Bereichen überlegen war.
Weitere technische Daten dieses technischen Highlights: 4-Blatt-Propeller mit 4 m (!) Durchmesser, 18 Zylinder-Doppelsternmotor mit 46 Litern (!) Hubraum, ca. 400 l/Std. Treibstoffverbrauch (im Take off bis zu 1200 l) und eine Reisegeschwindigkeit von 430 km/h (Höchstgeschwindigkeit 750 km/h).
Es folgte der Bereich der Firma „WD Leichtflugzeugbau“, die (wie auf fast allen größeren Flugtagen) mit ihren Erfolgsmaschinen „Fascination“ und „Evolution“ angereist war. Begleitet wurden diese Hochleistungs-UL von der Kunstflugmaschine „Diabolo“, einem Flugzeug, welches mittlerweile 21 Jahre auf dem Buckel hat, aber dennoch mit seinen Flugeigenschaften durchaus noch konkurrenzfähig gegenüber neueren Kunstfliegern ist. Die Maschine ist ein Einzelstück und wird von ihrem Erbauer, Wolfgang Dallach, persönlich geflogen.

Dann eine ganze Reihe Cosmos-Trikes und schließlich diverse RANS (S-6 „Coyote“ und S-10).

Diabolo-Kunstflugzeug
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Überall zwischen den Flugzeugen die Zelte der Piloten. Manch einer schlief auch einfach auf einer Luftmatratze unter der Tragfläche seiner Maschine.

Als Einzelstück dahinter, der verkleinerte Nachbau einer Messerschmitt Bf-109 der Firma Mecklenburger Ultraleicht - Christian Engelen. Das Flugzeug, hergestellt in Faserverbund-Sandwichbauweise, erregte auch hier wieder, wie auch auf anderen Flugzeugtreffen und Messen, große Aufmerksamkeit bei den Besuchern (mir persönlich gefallen die hochglänzende Lackierung nicht - das Ding sieht so aus wie aus Plastik - und das Hauptfahrwerk aus zwei unlackierten „Holzlatten“!).

Ein weiteres interessantes Flugzeug war eine Zodiac 601. Diese war mit einem Spezial-Aluminium beplankt und auf Hochglanz poliert - ein fliegender Spiegel. Nach Angaben des Besitzers sparte dieses beim Bau rund 12 kg an Lack ein. An Pflege benötigt die Oberfläche lediglich eine Politur pro Jahr.
Den Übergang zum Bereich der „nicht sortierten“ Flugzeuge bildete eine PZL-106 AR „KRUK“. Von diesem ehemaligen Agrar-Sprühflugzeug gab es zu DDR-Zeiten etwa 100 Exemplare, aber nach der Wende wurden sie schnell gegroundet und dann geschrottet oder nach Südamerika verkauft. Diese Maschine ist die einzige noch flugfähige Maschine dieses Typs in Westeuropa. Von ihrem neuen Besitzer, Dieter Gehling, wurde sie so umgebaut, dass im vorderen Bereich, wo früher der große Sprühtank saß, nun ein zweites Cockpit für einen Passagier vorhanden ist. Hinter dem Pilot sitzt dann ein weiterer Passagier - entgegen der Flugrichtung. Mit dieser Maschine wurden hier Rundflüge angeboten. Die Maschine verbraucht dabei rund 150 l Treibstoff/h bei ca. 150 km/h Reisegeschwindigkeit.
Bei Vorführungen kann aus einem Tank 500 Liter Wasser per Schnellabwurf abgelassen oder mittels einer Sprühanlage versprüht werden.
PZL-106 AR KRUK
Es folgten dann aberdutzende Flugzeuge verschiedenster Bauart, vom 20 Jahre alten Quicksilver Dreiachser in Rohr-Tuch-Konstruktion über Sunny´s mit Doppel-Tragfläche hin zum ultramodernen Twister. Dazu diverseste Trikes, Spornrad-Flugzeuge und Doppeldecker. Mitten dazwischen mogelten sich einige Oltimer-Pkw.

Fast am Ende der Piste fand sich dann eine größere Gruppe an Kiebitz-Uls (1 / 2). Dieses Flugzeug war das erste Doppeldecker-Ultraleichtflugzeug, welches sich an Vorbildern aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts anlehnte und damit großes Aufsehen erregte. Da die Maschine nur als Bauplan angeboten wird, bleibt den Erbauern ein großer Spielraum für eigene Umbauten. So unterschieden sich dann auch fast alle Flugzeuge in einigen Details. Besonders die Form der Cowling hatte es dabei den Piloten angetan. So fanden sich hier die Formen „Rund“, „Oval“ und „Eckig“ (je nach verwendetem Motor - Rotax, Göbler-Hirth, Sauer, Nissan oder Limbach).
Auch die Lackierungen der Maschinen war völlig unterschiedlich, von einfach Gelb oder Rot über Blau mit farbigen Kästchen bis hin zum Tarnanstrich im Stile englischer Kampfflugzeuge des Ersten Weltkrieges.
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Ich unterhielt mich hier gerade mit dem Eigentümer einer RANS S-12, als es hinter mir plötzlich knallte. Als ich mich umdrehte, sah ich auf der Piste ein Flugzeug, welches gerade einen „Kopfstand“ machte. Bei diesem Flugzeug, einer „Alfa“ HB 207 (Experimental), war das Bugfahrwerk beim Ausfahren nicht verriegelt und beim Aufsetzen auf der Piste nun nach hinten weggeknickt. Dabei wurde der vordere Bereich des Flugzeuges beschädigt und der Propeller ging zu Bruch. Der Pilot muß den Fehler offensichtlich beim Landeanflug bemerkt haben, denn er kam mit abgestelltem Motor herein. Da wird in den nächsten Tagen sicher viel zu schrauben sein.
Kiebitz-Doppeldecker
Auf der anderen Seite der Piste standen neben zahlreichen Uls überwiegend Sportflugzeuge und Motorsegler. Es waren einige sehr interessante und auch schöne Maschinen dabei, wie z.B. eine Storm 208 G (UL) oder ein Sportflugzeug in dunkelblauer Lackierung mit viel Chrom dazwischen. Dann gab es auch noch ein Zweier-Team von FK 12-Flugzeugen.
Bei diesen FK 12 „Comet“ handelt es sich um formschöne, schnelle Ultraleicht-Doppeldecker in orange-blauer Lackierung. Dahinter stand ein knallgelber Wohnwagen, gezogen von einem amerikanischen Oldtimer, der ebenfalls in knallgelb lackiert war. Das nennt man konsequentes Design - Toll !!!
Vor der Gaststätte (an deren Eingang die Besucher mit einem großen Schild und vielen Flaggen Willkommen geheißen werden) war ein großes Zelt der Firma Red Bull aufgebaut. Hier war die Anmeldung für die Piloten und nebenbei gab es dort in Mengen dieses komische Zeug, das nach warmen Gummibärchen schmeckt. Auf Tischen vor dem Info-Tresen lagen kostenlose Exemplare der Zeitschrift „aerokurier“ für Piloten und Besucher aus.

Mit blau-silber-lackierten Mini Cooper-Cabrios fuhren junge Mädels zwischen den Flugzeugen umher und verteilten Red Bull-Getränke.
Red Bull-Zelt
Neben diesem Zelt stand eine große Tafel mit einer Flugkarte des Bereichs Deutschland und Teilen angrenzender Länder. Hier konnten die Piloten kleine Magnet-Pfeile aufsetzen, auf die sie ihre jeweilige Kennung geschrieben hatten. So konnte jeder gleich sehen, von welchem Startflugplatz aus sie angereist waren und wer den weitesten Anflug hatte.
Es waren Piloten aus fast dem gesamten europäischen Bereich vertreten: Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Schweiz, Österreich und auch aus Ungarn.

Die ankommenden Flugzeuge wurden nach ihrer Landung von Einweisern mit gelben Flaggen in ihre Parkpositionen eingewiesen und anschließend per Handschlag begrüßt. Dann erhielten sie erste wichtige Flugplatz-Informationen.
(Autor: Wolfgang Dewenter)
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